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Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt - Zarjad za dohladowanje zežiwidłow a weterinarny zarjad

21.08.2017

Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zum Schutz vor der Amerikanischen Faulbrut: Sperrbezirk Hoyerswerda

Betrifft die Wohnkomplexe 4, 5, 6, 7 sowie die Ortslage Zeißig.

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Bautzen hat aufgrund der amtlichen Feststellung des Ausbruchs der Amerikanischen Faulbrut in einem Bienenstand für die folgenden Gebiete eine Amtstierärztliche Allgemeinverfügung erlassen:

  • Der Sperrbezirk umfasst die Wohnkomplexe des Stadtgebietes von Hoyerswerda 4, 5, 6  und 7 sowie die Ortslage Zeißig ohne das Industriegebiet Zeißig.
  • Außerdem beinhaltet das Gebiet die unbebaute Fläche östlich der Schwarzen Elster von der Görlitzer Brücke bis zur Mündung des Hoyerswerdaer Schwarzwassers, welches von seiner Mündung bis zur Spohlaer Straße die südliche Grenze darstellt.

Für alle innerhalb dieses Sperrbezirks gelegenen Bienenstände und gehaltenen Bienenvölker wird Folgendes ab sofort angeordnet:

  1. Alle Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk sind unverzüglich durch den jeweiligen Bienenhalter auf Amerikanische Faulbrut (soweit noch nicht geschehen) amtstierärztlich untersuchen zu lassen.
  2. Bewegliche Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden.
  3. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden.
  4. Bienenvölker oder Bienen dürfen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden.

Die Kartenansicht des Sperrbezirks sowie den genaue Wortlaut der Allgemeinverfügung können Sie sich hier herunterladen: 

Amerikanische Faulbrut - Ein Steckbrief

Die Amerikanische Faulbrut ist eine gefährliche Erkrankung der Honigbienen und eine anzeigepflichtige Tierseuche.

Für Menschen sind die Erreger allerdings völlig ungefährlich. Honig und Imkereierzeugnisse können bedenkenlos verzehrt werden.

Der Erreger Paenibacillus larvae ist ein sporenbildendes Bakterium, das ausschließlich die Bienenbrut befällt. Erwachsene Bienen erkranken nicht. Wenn die Bakterien in hoher Konzentration vorkommen, besteht die Gefahr, dass sie die Darmwand der Larven sowie weitere Organe befallen, was zum Absterben der Larve führt.

Sind die Bedingungen für das weitere Wachstum nach dem Tod der Larve ungünstig, bilden die Bakterien bei ihrem eigenen Absterben große Mengen sehr widerstandsfähige und lange keimfähige Sporen, die infektiös bleiben und erneut für junge Larven gefährlich sein können.

Symptome der Amerikanischen Faulbrut:

  • Entstehung einer braunen, fadenziehende Masse, wenn die betreffende Larve bereits verdeckelt war
  • löchrige, eingesunkene Zelldeckel
  • lückenhaftes Brutnest
  • Faulbrutschorfe am Grund der Zellen, in denen Larven abgestorben sind

Bei einem zweiten Typ der Amerikanischen Faulbrut, der Eric 2 genannt wird, kommen die klassischen Symptome nicht vor.

Bei dieser Form der Erkrankung sterben die Bienenlarven in der Mehrzahl vor dem neunten Tag nach der Eiablage ab, so dass die abgestorbenen Larven von Ammenbienen aus den Zellen entfernt werden, ohne dass dies Fachleute bei der Untersuchung des Brutbildes erkennen können. In ihrer Wirkung unterscheiden sich die beiden Faulbruttypen kaum. Bei Untätigkeit führen beide Typen zum Absterben der Bienenvölker.

Werden Faulbrutsporen nachgewiesen funktioniert die Sanierung von Bienenständen nur durch eine abgestimmte Seuchenbekämpfung. Dabei werden durch das zuständige Veterinäramt auch andere Bienenstände im engeren Umfeld des Nachweisortes untersucht. Sind weitere Bienenstände betroffen müssen diese in die Seuchenbekämpfung einbezogen werden.

Die Bienenvölker dieser Imker unterliegen einer Sperre. Wenn alle erkrankten Bienenvölker ermittelt wurden, kann je nach Situation und Erfolgsaussichten ein Kunstschwarmverfahren durchgeführt werden. Hierfür bieten Bienensachverständige und das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Hilfestellung. Bestehen keine guten Aussichten zur Tilgung der Seuche muss die Tötung der Völker vom Veterinäramt angeordnet werden.

Damit es auf den betroffenen Bienenständen nicht zu einer Reinfektion kommt, müssen Beuten, Rähmchen und alle Gerätschaften der Imkerei, die mit Bienen in Kontakt kommen, desinfiziert werden. Frühestens nach zwei, spätestens neun Monate nach der Tötung oder Behandlung der erkrankten Bienenvölker müssen alle Völker des Bienenstandes zweimal durch den amtlichen Tierarzt nachuntersucht werden. Der Abstand zwischen den beiden Untersuchungen muss mindestens acht Wochen betragen.