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Ordnungsamt - Porjadowy zarjad

Deutsch-tschechisches Ziel-3-Projekt "Cifad" zum Informationsaustausch im Katastrophenfall erfolgreich abgeschlossen

Logo mit Flagge der Europäischen Union

Kommunen in der Region Bautzen – Görlitz - Liberec ist der grenzüberschreitende Austausch aller relevanten Informationen im Falle einer Katastrophe möglich.

Nach gut zwei Jahren Daten sammeln, aufbereiten, Informationsweg- und Prozessanalysen und programmieren, ist den Kommunen in der Region Bautzen – Görlitz - Liberec nun der grenzüberschreitende Austausch aller relevanten Informationen im Falle einer Katastrophe möglich.
Das Projekt mit dem Namen Cifad – (Abk., englisch für „Grenzüberschreitende Integration von Informationen, Systemen und Prozessen zur Prävention und Bewältigung von Hochwasser- und Katastrophensituationen“) wurde zu 85% von der Europäischen Union gefördert. Die Gesamtkosten betrugen 3 Millionen Euro. Auf den Landkreis Bautzen entfielen davon 432.000 Euro.
Zur Umsetzung des Projektes auf deutscher Seite beauftragten die Projektpartner Landkreis Görlitz und Landkreis Bautzen das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI aus Dresden. Die umfangreiche Praxiserfahrung in der Entwicklung von Softwaresystemen für die Gefahrenabwehr, u.a. für ein ähnliches Projekt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit der Region Usti sowie die Forderung, auf Grundlage dieses schon erprobten Systems auch in unseren beiden Landkreisen aufzubauen, waren letztlich für die Vergabe ausschlaggebend.

Ergebnisse

Im Rahmen des Projektes wurde das System MobiKat (Mobile Information, Kommandoarbeit und Taktik) so weiterentwickelt, dass u.a. eine automatisierte Ausrufung der Hochwasseralarmstufen durch die untere Wasserbehörde möglich ist. Bis dato wurde die Alarmierung händisch per Fax durchgeführt. Nun werden die betroffenen Gemeinden zusätzlich automatisch und bedeutend schneller per E-Mail benachrichtigt.
Eine weitere Automatisierung betrifft die Stammdaten der Feuerwehren. Über ein Webportal werden alle relevanten Daten der kommunalen Feuerwehren (Fahrzeuge, Ressourcen, Ansprechpartner, Ausbildungsstand, Personalbestand) erfasst und der unteren Katastrophenschutzbehörde für Planungen und Einsätze sowie der Integrierten Regionalleitstelle Hoyerswerda (IRLS) für ihre Aufgabenerfüllung bereit gestellt. Vorgenommene Änderungen im Datenbestand werden dabei protokolliert und täglich der unteren Katastrophenschutzbehörde und der IRLS in Hoyerswerda übermittelt.
Durch eine ebenfalls neu entwickelte Schnittstelle zu anderen bereits vorhandenen Systemen wird nunmehr eine mehrfache Datenerfassung vermieden, wodurch Fehler im Datenbestand minimiert und Zeit gespart werden.
Und noch ein Vorteil: auch die relevanten Daten für die jährliche Feuerwehrstatistik können automatisch zusammengefasst werden.
Speziell für den Hochwasserschutz wurden an Standorten an denen keine Pegel des Landeshochwasserzentrums errichtet sind, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden Kameras zur Pegelbeobachtung installiert. Die aller 3 Minuten aktualisierten Bilder können im Einsatzfall von der technischen Einsatzleitung, dem Verwaltungsstab des Landkreises, der Integrierten Regionalleitstelle sowie den betreffenden Gemeinden und ihren Feuerwehren abgerufen werden. Zusätzlich stehen zwei mobile Kameras im Feuerwehrtechnischen Zentrum Kamenz zur Verfügung, die jeweils ca. drei Tage lang völlig autark an beliebigen Schwerpunkten eingesetzt werden können.
In Kürze werden auch der Bevölkerung unter https://web.mobikat.net/ wichtige Informationen, wie die bereits genannten Kamerabilder aber auch Überschwemmungsgebiete und Hochwassergefahrenpunkte in einer Karte bereitgestellt.
Im Rahmen des Projektes wurde somit das Programm MobiKAT um wesentliche Funktionalitäten weiterentwickelt. Es steht den Städten und Gemeinden nun eine Software zur Verfügung, mit der im Ernstfall die Einsatzplanung und Lageführung durchgeführt werden kann. Zudem bietet es eine Vielzahl von Geodaten an, die aus allen möglichen Bereichen (Topografische Karten, Luftbilder, routingfähiges Straßennetz, Pegel des Landeshochwasserzentrums, Kamerabilder, Überschwemmungsfläche, georeferenzierte Einwohnerzahlen) in ein zentral abgelegtes, für alle Benutzer abrufbares Lagebild einfließen können.
Um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu verbessern, wurde darüber hinaus eine Funktion integriert, die es der Einsatzleitung ermöglicht, über die Integrierte Regionalleitstelle Hoyerswerda Einsatzkräfte und -Mittel bei den zuständigen Leitstellen der Tschechischen Republik in Usti nad Labem bzw. Liberec anzufordern. Der Clou dabei: Die Anforderung wird auf deutscher Seite deutsch eingegeben und geht in tschechischer Sprache bei der Gegenseite ein, bzw. umgekehrt.
Mit der Realisierung des Projektes CIFAD wurde den örtlichen Feuerwehren und den Katastrophenschutzbehörden auf beiden Seiten der Grenze ein leistungsfähiges Werkzeug bei der Vorbereitung auf Großschadenslagen oder Katastrophen und bei deren Bekämpfung zur Verfügung gestellt.

Logo des Projektes Ziel3